Simulation Ernstsituation – „Aus“-Training für den Ernstfall
Simulation Ernstsituation – „Aus“ am Fell-Dummy
Trainings-Materialien & Workbooks
Tag 47 hat das „Aus“ ins Spiel gebracht. Heute simulieren wir den Ernstfall – mit Fell-Dummy und synthetischen Duftstoffen. Wir bauen das „Aus“ in einer realitätsnahen, aber kontrollierten Umgebung weiter aus.
Dieser Schritt ist Gold wert für jagdlich motivierte Hunde, Beute-Spezialisten und alle, die ihr „Aus“ in echten Situationen brauchen – etwa wenn der Hund einen Rehgeruch aufnimmt oder ein totes Tier findet. Voraussetzung: Tag 43–47 sitzen sauber.
Warum Ernstsituationen simulieren?
Das „Aus“-Training in realitätsnahen Situationen ist besonders wertvoll für Hunde mit ausgeprägtem Jagdverhalten. Wenn ein Hund Fellgeruch oder Bewegung wahrnimmt, kann der Jagdimpuls geweckt werden, und er fixiert das Objekt. Hier setzt das Simulationstraining an: Mit Fell-Dummy und Duftstoffen schaffen wir eine realistische, kontrollierte Trainingsumgebung.
Im Alltag begegnet dein Hund immer wieder reizstarken Situationen – lebendige Tiere, intensive Gerüche, fremde Spuren. Die Übung mit realitätsnahen Objekten bereitet ihn darauf vor, in solchen Momenten gelassen zu bleiben und auf dein Signal hin loszulassen. Das stärkt nicht nur das „Aus“-Signal, sondern auch die Impulskontrolle.
Durch gezieltes Training lernt dein Hund, seine Reaktionen auf reizstarke Objekte zu steuern. Das „Aus“-Signal wird zur verlässlichen Brücke aus der Erregung in die Orientierung. Eine Fähigkeit, die das Zusammenleben sicherer und harmonischer macht.
Sicheres Arbeiten mit realistischen Reizen
Das Arbeiten mit Fell-Dummys und synthetischen Duftstoffen wirkt nur dann, wenn wir es klug einsetzen. Die Reize sollen interessant sein, aber das Training kontrolliert bleiben – keine echte Jagdsituation, keine echte Beute.
Synthetische Duftstoffe imitieren natürliche Gerüche. Sie steigern den Trainingseffekt, sollten aber sparsam eingesetzt werden. Wichtig: Wir signalisieren unserem Hund klar, dass es Training ist – nicht freie Beutejagd. Klare Struktur, klares Setup, klare Belohnung am Ende.
Fördert das den Jagdtrieb? Nein. Die Verwendung von Fell und Duft macht den Hund nicht „scharf“. Im Gegenteil: Nur in solchen realitätsnahen Situationen können wir den Trieb gezielt ansprechen und das „Aus“ daran konditionieren. Ein normales Spiel mit Stoffspielzeug bietet diesen Reiz schlicht nicht.
So setzt du Tag 48 im Alltag um
- Setup: Fell-Dummy mit synthetischem Duftstoff (sparsam!), Zerrspielzeug als Alternativbelohnung, hochwertige Leckerlis, Geschirr, Schleppleine.
- Ruhig präsentieren: Dummy in reizarmer Umgebung anbieten – nicht werfen, nicht jagen lassen.
- Aufnehmen lassen: Hund nimmt den Dummy ins Maul.
- Signal: Ruhiges „Aus“, gleichzeitig Tausch (Spielzeug oder Leckerli) anbieten.
- Marker & Belohnung: Im Moment des Loslassens markern, sofort hochwertig belohnen.
- 5 Wiederholungen mit Pausen. Bei Überforderung sofort runterregeln.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Hund jagen lassen: Aus Simulation wird echte Jagd. Dummy ruhig präsentieren, nicht werfen.
- Zu viel Duftstoff: Wenige Tropfen reichen. Zu viel = Reizflut.
- Belohnung zu schwach: Bei echter Beutemotivation muss die Belohnung überbieten – bestes Leckerli, bestes Spielzeug.
- Schritt überspringen: Wenn das „Aus“ in Tag 47 noch nicht sitzt, ist Tag 48 zu früh.
- Sicherheit ignorieren: Immer Schleppleine. Auch bei guten Hunden.
Unser Vitomalia-Fazit
Tag 48 ist die simulierte Generalprobe für das „Aus“ im echten Leben. Jagdlich motivierte Hunde brauchen genau dieses Training – nicht weniger Reize, sondern mehr kontrollierte Reize.
Wenn dein Hund den Fell-Dummy auf Signal sauber löst, hast du etwas geschafft, woran viele Hundeteams scheitern. In Tag 49 schauen wir uns das Ressourcen-Thema noch tiefer an, bevor Tag 50 den Kurs abschliesst.

