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Kombi-Training „Sitz“, „Platz“, „Steh“ und „Bleib“

Kombi Sitz/Platz/Steh/Bleib – Vier-Signal-Sequenz als mentale Auslastung

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Dauer 8 minNiveau FortgeschrittenFokus Kombi Sitz/Platz/Steh/Bleib – Vier-Signal-Sequenz als mentale Auslastung
Was du in dieser Lektion lernst
  • Hund wechselt sicher zwischen Sitz, Platz, Steh in jeder Reihenfolge
  • Hund baut Bleib als Brücke zwischen Positions-Wechseln ein
  • Wir variieren die Sequenz – nie zwei Mal gleiche Reihenfolge
  • Wir markern anfangs nach jedem Signal, später variabel
  • Wir lesen den Hund und reduzieren bei Überforderung auf 2-Signal-Wechsel

Die große Kombi schliesst Woche 4 ab: Sitz, Platz, Steh, Bleib in einer fließenden Vier-Signal-Sequenz. Mentale Schwerstarbeit, die in zehn Minuten auspowert.

Wir schließen Woche 4 mit der größten Kombi-Übung des bisherigen Kurses ab: Sitz, Platz, Steh, Bleib in einer einzigen, fließenden Sequenz. Vier Signale, vier Positionen, dazwischen Marker und Belohnung – das ist mehr als die Summe der einzelnen Lektionen.

Diese Einheit ist gleichzeitig die intensivste mentale Auslastung, die wir in dieser Woche anbieten. Für viele Hunde reichen zehn Minuten Kombi-Training, um sie ausgepowert auf die Decke zu schicken. Mentale Arbeit zehrt spürbar mehr als körperliche Bewegung.

Was die große Kombi besonders macht

Signal-Wechsel in schneller Folge

Bisher haben wir einzelne Signale trainiert oder maximal zwei verkettet. Jetzt geht es darum, in 10–15 Sekunden zwischen Sitz, Platz, Steh und Bleib zu wechseln. Der Hund muss dabei nicht nur das Signal verstehen, sondern auch die Position aus jeder anderen Position heraus einnehmen – Sitz aus dem Steh, Platz aus dem Sitz, Steh aus dem Platz.

Mentale Auslastung statt physischer

Ein Spaziergang von einer Stunde ist körperliche Bewegung. Zehn Minuten Kombi-Training mit klaren Signalen ist mentale Arbeit. Beide zählen zur Auslastung des Hundes, aber sie wirken unterschiedlich. Mentale Arbeit führt zu echter Erholungs-Müdigkeit, körperliche Arbeit kann bei aktiven Hunden sogar die Aktivierung weiter erhöhen.

So bauen wir die Kombi-Sequenz auf

Phase 1: Zwei-Signal-Wechsel

Bevor wir zu viert kombinieren, müssen alle Zwei-Signal-Wechsel sitzen: Sitz → Platz, Platz → Sitz, Sitz → Steh, Steh → Sitz, Platz → Steh, Steh → Platz. Pro Wechsel fünf saubere Wiederholungen – dann erst weiter.

Phase 2: Drei-Signal-Sequenz

Wir verketten drei: „Sitz – Platz – Steh". Erst markern wir nach jedem Signal, dann nur am Ende. Wichtig: Bleib noch nicht einbauen – das würde die Sequenz überfordern.

Phase 3: Vier-Signal-Sequenz mit Bleib

Jetzt erst dazu: „Sitz – Bleib – Platz – Bleib – Steh – Bleib". Bleib hält jede Position kurz, dann das nächste Signal. So wird das Bleib zur Brücke zwischen den Positions-Wechseln.

Phase 4: Variation

Reihenfolge wechseln. Der Hund soll nicht das Muster lernen, sondern die einzelnen Signale. Heute: Sitz → Steh → Platz. Morgen: Platz → Steh → Sitz. So vermeiden wir, dass der Hund nach Sitz automatisch Platz macht, ohne auf das Wort zu warten.

Hund steht aufmerksam vor seinem Menschen, der mit ihm die Kombi-Sequenz übt
Sitz, Platz, Steh, Bleib – vier Signale in fließender Folge. Der Hund muss aus jeder Position in jede andere wechseln können.

So setzen wir es im Alltag um

  1. Reizarme Umgebung: Wohnzimmer oder Garten. Keine Ablenkung von außen.
  2. Einzelsignale checken: Sitz, Platz, Steh, Bleib in der Tagesform prüfen.
  3. Zwei-Signal-Wechsel üben: Je 5 saubere Wiederholungen.
  4. Drei-Signal-Sequenz aufbauen: Sitz – Platz – Steh, erst mit Marker nach jedem Signal, dann am Ende.
  5. Bleib einbauen: Jede Position kurz halten, dann das nächste Signal.
  6. Reihenfolge variieren: Niemals dieselbe Sequenz zwei Mal hintereinander.
  7. Auflosen mit „Okay": Hund weiss, dass die Übung vorbei ist.
  8. 10–15 Minuten max, dann Pause: Mentale Auslastung ermüdet schnell.

Wie wir den Hund lesen

  • Hibbeliger Hund: Wenig Wiederholungen, lange Pausen, ruhige Stimme.
  • Gemütlicher Hund: Höhere Motivation, schnellere Wechsel, lebendige Stimme.
  • Überforderter Hund: Wenn Signale ignoriert werden, sind wir zu komplex. Zurück zu Zwei-Signal-Wechseln.
  • Frustrierter Hund: Anbieten von Verhaltensweisen, die nicht abgefragt werden. Lösung: Pause, einfaches Signal, ende.

Häufige Fehler – und wie wir sie vermeiden

  • Direkt mit 4-Signal-Sequenz starten: Überforderung. Lösung: Stufen einhalten, 2 → 3 → 4.
  • Immer dieselbe Reihenfolge: Hund lernt Muster, nicht Signale. Lösung: Variieren.
  • Zu schnelle Signal-Wechsel: Hund kommt nicht hinterher. Lösung: Nach jedem Signal kurz markern, einatmen, dann das nächste.
  • Zu lange Sessions: 30 Minuten Kombi-Training sind nicht doppelt so gut wie 15. Lösung: 10–15 Minuten Maximum.
  • Belohnung nur am Ende: Hund verliert die Motivation. Lösung: Anfangs nach jedem Signal markern, später variabel.
  • Körpersignal-Überlagerung: Wir bücken uns immer beim „Platz". Hund liest Körper, nicht Wort. Lösung: Wortsignal isoliert testen.

Unser Vitomalia-Fazit

Die große Kombi schliesst Woche 4 ab und konsolidiert alles, was wir bis hierhin gebaut haben. Vier Signale in fließender Folge sind mentale Schwerstarbeit – zehn Minuten reichen, um den Hund auszupowern und gleichzeitig die Bindung zu vertiefen.

Für die nächsten Wochen empfehlen wir: Täglich eine kurze Kombi-Sequenz als Hirn-Sport. Variiert die Reihenfolge, baut nicht immer Bleib ein, achtet auf saubere Signale. Morgen startet Woche 5 mit der lockeren Leine – ganz neue Baustelle, gleiche Grundlagen.

Trainingsschritte

  1. Einzelsignale Sitz/Platz/Steh/Bleib in Tagesform checken.
  2. Zwei-Signal-Wechsel üben: Sitz↔Platz, Sitz↔Steh, Platz↔Steh.
  3. Drei-Signal-Sequenz aufbauen: Sitz – Platz – Steh.
  4. Bleib als Brücke einbauen zwischen Positions-Wechseln.
  5. Reihenfolge bei jeder Wiederholung variieren.
  6. Mit „Okay" auflösen.
  7. Maximum 10–15 Minuten pro Einheit – mentale Arbeit ermüdet schnell.
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