6 Hundeerziehung Tipps – Wie erzieht man einen Hund?

Wie erziehe ich meinen Hund? Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Wir erklären dir, was die Hundeerziehung ausmacht und geben dir sechs Tipps für die Hundeerziehung. Bei den Tipps erhältst du zusätzlich Hundetraining-Aufgaben zum kostenlosen Download.

Was ist Erziehung?

Die Erziehung beschreibt die soziale Interaktion zwischen Menschen. Der Erwachsene versucht planvoll und zielgerichtet, erwünschtes Verhalten zu entfalten oder zu stärken. Das Ziel ist es, selbstständige, leistungsfähige und verantwortungsvolle Menschen zu bilden (Hurrelmann, 1994, S. 13).

Das kannst du nah auf den Hund und die Hundeerziehung übertragen. Der Mensch erzieht den Hund durch soziale Interaktion. Alles, was du brauchst, ist ein Plan und ein Ziel. Berücksichtige den Charakter deines Hundes und hilf ihm selbstständig zu handeln. Die Autonomie meint nicht, dass dein Hund eigenhändig entscheidet.

 Selbstständigkeit beim Hund bedeutet zuverlässiges Tun im Bereich des definierten Rahmens. 

Unsere Hunde lernen komplex und aus diesem Grund ist Hundeerziehung mittlerweile mehr wie Kommandos, Signale und Leinenführigkeit. 

Übrigens beginnt das Lernen von Beginn an beim Welpen. Was du beim Welpen vermasselst, wird dir bei deinem Junghund oder ausgewachsenem Hund richtig schwerfallen.



Inhaltsverzeichnis

DAS WIRST DU LERNEN

Unterschiede

Pro & Kontra

Fazit

Bedürfnisorientierte Hundeerziehung

Als Menschen setzen wir uns hohe Ziele für unsere Hunde. Wir vergessen in der Erziehung dabei die Bedürfnisse der Hunde.

Der Psychologe Abraham Maslow erforschte eine Bedürfnispyramide mit den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Bedürfnispyramide lässt sich ebenfalls auf den Hund anwenden.

Zu den Bedürfnissen des Hundes gehören: 

  1. körperliche oder biologische Bedürfnisse
  2. Sicherheit und Führung
  3. Sozialkontakt
  4. Wertschätzung
  5. Individualität.

 

Körperliche Grundbedürfnisse:

  • Richtige Ernährung
  • Frisches Wasser
  • Ausreichend Bewegung
  • Ausreichend Ruhe und Schlaf
  • Ruheplatz in angenehmer Umgebung
  • Körperpflege
  • Gesundheit

Die Basis eines jeden Hundes ist es, biologische Bedürfnisse befriedigen zu können. Der Umgang mit deinem Hund sollte auf gar keinen Fall seine körperlichen Grundbedürfnisse missachten. Methoden, die den Hund hungern lassen, seine Ruhepausen nicht wahren oder die Gesundheit des Hundes gefährden, sind Methoden, die schlichtweg falsch sind und in der Hundeerziehung nichts verloren haben. 

Ein ausgewachsener und gesunder Hund benötigt zwischen 16 und 20 Stunden Ruhephase, Welpen oder kranke Hunde sogar mehr.

Gewaltfreies Training schliesst keinesfalls das Grenzensetzen in der Hundeerziehung aus. Ein Hund darf korrigiert werden, das macht eine Mutterhündin mit ihren Welpen und ist somit legitim, aber vielmehr die Art und Weise entscheidet darüber, ob deine Reaktion auf das Handeln deines Hundes angemessen und richtig ist. Korrektur bedeutet niemals Schmerz, sondern ein Herausholen aus unerwünschtem Verhalten.

Sicherheit und Führung

  • Geborgenheit
  • Liebe
  • Vertrauen
  • Konsequenz
  • Führung

Hunde sind  Anpassungskünstler. Sie passen sich an unsere Lebensumstände an, obwohl diese teils stark gegen die Natur des Hundes gehen. In ausgeprägt natürlichen Verhaltensweisen müssen wir Menschen in der Hundeerziehung Grenzen definieren. Das Setzen von Grenzen in der Hundeerziehung schafft einen Handlungsspielraum, in dem sich der Hund bewegen darf. Die Grenzen bieten deinem Hund Sicherheit, weil dein Hund klar versteht, was er darf und nicht darf. Als Beispiel lässt es sich auf die räumlichen Grenzen bei einem Spaziergang übertragen: Dein Hund soll auf dem Weg bleiben und nicht ins Unterholz abtauchen. Du begrenzt deinen Hund zunächst mithilfe einer kurzen Schleppleine und ermahnst deinen Hund jedes Mal, sobald er den Weg verlässt. Dein Hund wird schnell verstehen, dass er auf dem Gehweg bleiben soll. Die Tatsache, dass dein Hund seine Grenze versteht und akzeptiert, bietet Sicherheit in der Kommunikation miteinander.  Die Sicherheit in der Umgebung ermöglicht es dir in Zukunft, deinem Hund mehr Freiheiten zu bieten (durch schleppende Schleppleine oder ohne Leine). Ein sicher geführter Hund hat Vertrauen in seinen Menschen und wird seltener das Bedürfnis verspüren, Dinge selber regeln zu müssen.  Egal, ob bei einer Hundebegegnung oder anderen Alltagssituationen. Wir als Hundehalter und Hundehalterin tragen die Verantwortung für eine behütete Umgebung und körperliche Unversehrtheit. 

Generell solltest du für deinen Hund einen festen Tagesablauf und Rituale schaffen, die deinem Hund Sicherheit bieten. 

Eine klare Führung deinerseits ist eines der wichtigsten Instrumente, die du als Hundehalter und Hundehalterin in der Hundeerziehung besitzen musst. 

Der Hund als ein Tier, das in sozialen Gemeinschaften lebt, benötigt Rituale und Strukturen, denn nur so kann eine soziale Gemeinschaft funktionieren. Für den Hund stellen wir Menschen auch einen Sozialpartner dar. Und genau das ist es, was den Hund und den Menschen verbindet: sie leben in einer sozialen Gemeinschaft zusammen. In einem verbindlichen Umfeld lernt dein Hund also nicht nur, was er nicht darf, sondern auch was er innerhalb dieses Rahmens darf. 

Sozialkontakt

  • Beziehungen zu Menschen und Hunden
  • Spiel
  • Interaktion

Kein Hundetraining darf den Wunsch nach sozialem Anschluss unserer Hunde vernachlässigen. Sozialkontakte zu dir sowie deine Liebe sind für deinen Hund unentbehrlich. Eine harmonische Erziehung bietet deinem Hund Zuneigung und Familienanschluss. Hundeerziehung erfolgt auf Grundlage von Beziehungsarbeit zwischen dir und deinem Hund. Nur wo eine sichere Beziehung besteht, kann der Hund seinem Menschen vertrauen und die Kontrolle abgeben. Wenn du deinen Hund erziehen möchtest, musst du vor der Hundeerziehung eine Beziehung zwischen dir und deinem Hund schaffen. 

Unsere Hunde lieben es, wenn wir uns mit ihnen beschäftigen – Ganz gleich, ob mentale Auslastung oder körperliche – Eine gemeinsame Interaktion bedeutet gleichzeitig die Ausschüttung von Oxytocin, dem Bindungshormon (ebenfalls Kuschelhormon genannt).

Bei besonders sozialen Hunden zählt hierzu auch der Sozialkontakt zu anderen Hunden, zutreffend nur nach Belieben deines Hundes.



Wertschätzung / Ich-Bedürfnisse

  • Erfolge
  • Motivation
  • Freiheiten
  • Respekt

Jeder Hund hat es verdient für seine Leistungen, das Hundetraining und ein gutes Miteinander gelobt zu werden. In der Hundeerziehung steht positive Verstärkung weit oben, damit dein Hund gebührend Respekt erhält, gleichzeitig gemeinsames Spiel und Freiheiten geniessen kann.

Regeln und Grenzen sind für eine soziale Gemeinschaft, wie es Hund und Mensch sind, notwendig. Ja, erzogene Hunde mit Regeln sich glücklicher, als Hunde ohne Regeln. Solange Grenzen eingehalten werden, kann sich innerhalb des definierten Rahmens frei und selbstbestimmt bewegt werden.

Das bedeutet nicht, dass der Mensch in der Erziehung dem Hund nur Regeln auferlegt und ihn in seinen Bedürfnissen unterdrückt! Hundeerziehung bedeutet Spass und keine Strafe! Die Beschäftigung mit unseren Hunden tut der Beziehung und somit der Bindung gut, sie fördert das Lernen und motiviert einander. 

Generell solltest du für deinen Hund einen festen Tagesablauf und Rituale schaffen, die deinem Hund Sicherheit bieten. 

Eine klare Führung deinerseits ist eines der wichtigsten Instrumente, die du als Hundehalter und Hundehalterin in der Hundeerziehung besitzen musst. 

Der Hund als ein Tier, das in sozialen Gemeinschaften lebt, benötigt Rituale und Strukturen, denn nur so kann eine soziale Gemeinschaft funktionieren. Für den Hund stellen wir Menschen auch einen Sozialpartner dar. Und genau das ist es, was den Hund und den Menschen verbindet: sie leben in einer sozialen Gemeinschaft zusammen. In einem verbindlichen Umfeld lernt dein Hund also nicht nur, was er nicht darf, sondern auch was er innerhalb dieses Rahmens darf. 

Individualität

  • Kreativität
  • Freie Wahlmöglichkeiten
  • Ausführen von Hobbys
  • Entfaltung der eigenen Persönlichkeit

Als guter Hundehalter und gute Hundehalterin musst du in der Hundeerziehung auf deinen Hund, seinen Charakter und Rasseeigenschaften eingehen und diese Bedürfnisse im Spiel und Hundetraining kontrolliert fördern. Hast du einen Jagdhund, der nicht jagdlich eingesetzt wird, ist es sinnvoll Ersatzhobbys für das Jagen zu finden. 

Biete deinem Hund Wahlmöglichkeiten, indem er dich beim Spiel das Spielzeug eigenständig aussuchen kann oder die Belohnung selbstständig wählt. Die Persönlichkeit deines Hundes kannst du auf unterschiedliche Weise fördern, indem du die Spazierwege deinem Hund anpasst und seine Vorlieben gezielt in eurer gemeinsamen Zeit förderst. 

Was sollte der Hund in der Hundeerziehung lernen?

Hausordnung

Bei der Erziehung des Hundes geht es darum, dem Hund ein Regelwerk beizubringen, das ihm einen Handlungsrahmen bietet und Sicherheit schafft. 

Bei der Hausordnung lernt dein Hund zu entschleunigen und sich zu entspannen. Dein Hund lernt räumliche Grenzen kennen: Räume (z.B. Küche) oder Orte (z.B. Bett), die für ihn Tabu sind und Bereiche, in denen er sich selber zurückziehen darf, wenn er Ruhe benötigt. Am besten beginnst du mit diesem Training bereits bei deinem Welpen.

Es geht bei der Hausordnung um Übungen, wie das Deckentraining und den Hund auf seinen Platz zu leiten. Die Fütterung wird strukturiert und ritualisiert aufgebaut, damit dein Hund nicht bettelt, erst auf Erlaubnis hin frisst und sich nach dem Fressen auf seinem Platz entspannt, um verdauen zu können. 

Bei der Hausordnung zielt die Hundeerziehung auf Rituale und Regeln, ohne  Kommandos auszusprechen. Der Aufbruch zum Spaziergang ist eines der Rituale, die der Hund lernen muss. Eine ruhige, freudige Stimmung beim Aufbruch zum Spaziergang ist beim Hund erlaubt, soll dennoch nicht in einem hektischen Wirrwarr enden. 

“Sitz”, “Platz” & “Bleib”

“Sitz” ist eines der wichtigsten Alltagshelfer und somit ein Signal (oder Kommando), das dein Hund auf jeden Fall lernen muss. Das Kommando „Sitz“ ist für jeden Hund – egal ob Welpe oder erwachsener Hund – leicht zu lernen und erhöht die Motivation im Hundetraining durch schnelle Erfolgserlebnisse. Dein Hund sollte so lange im „Sitz“ bleiben können, bis du es auflöst. 

Das „Platz“ ist wie das „Sitz“ ein Muss unter den Kommandos, die ein Hund lernen soll. Im Gegensatz zum Hinsetzen, ist das Hinlegen eine Erweiterung der Aufmerksamkeit und der Ruhe. Der Hund nimmt sich im Liegen ein Stück weiter zurück als im Sitzen.

Den Hund dazu zu bringen zu verweilen oder dort zu bleiben, wo er sich befindet, ist im Alltag äusserst hilfreich und gehört zur Hundeerziehung  dazu. Zu Hause kannst du deinem Hund durch ein „Bleib“ Kommando eine Grenze setzen, damit der Besucher oder Take-Away Auslieferer nicht direkt begrüsst wird. Dein Hund kann mittels eines gelernten „Bleib“ eine Situation mit allen Sinnen wahrnehmen, ohne sich Mitten im Geschehen zu befinden. Auf der anderen Seite kannst du mittels eines „Bleib“ deinen Hund zum Verweilen anführen.

Leinenführigkeit

Die Leinenführigkeit ist mehr als ein blosses “Fuss” laufen. Spaziergänge haben in der Erziehung einen viel höheren Zweck, als dass sich der Hund löst. Gemeinsame Spaziergänge mit deinem Hund sollen euch die Möglichkeit geben, euch zu entspannen, euch sportlich zu betätigen oder gemeinsam Spass haben. All diese Möglichkeiten fördern gleichzeitig eure Bindung.

 

Für deinen Hund ist das gemeinsame Spazierengehen sehr komplex, denn der Hund muss Aufgaben meistern, wie:

  • den Radius halten
  • sich an dir orientieren und Blickkontakt suchen
  • Impulskontrolle wahren
  • Frust aushalten

 

Dir muss bewusst sein, dass die Leinenführigkeit ihre Grenzen hat. Ein jeder Hund hat ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung und möchte Reizen hinterhergehen und diese erkunden. Rassebedingt fällt es einigen Hunden wie den Terriern (aber auch anderen) schwerer stets an lockerer Leine zu laufen, als Rassen, die für die enge Kooperation mit dem Menschen gezüchtet wurden. Die Erziehung deines Hundes im Hinblick auf die Leinenführigkeit braucht also viel Konsequenz deinerseits und viel Übung und Wiederholung mit deinem Hund. 

Zu einer gut erzogenen Leinenführigkeit gehören Rituale, das Lernen der lockeren Leine zu laufen, im “Fuss” zu laufen, Radiustraining und eine gute Orientierung am Menschen halten. 

Rückruf

Den Hund abzurufen, ist für die meisten Hundehalter und Hundehalterinnen in der Hundeerziehung eine Herausforderung. Das liegt daran, dass es vom Hund viel abverlangt und weil es Komponenten wie die Bindung, die Orientierung zum Menschen, den Fleiss und die Motivation des Menschen benötigt. Der Rückruf benötigt die Erziehung einschliesslich des Trainings und eine Beziehung zwischen dir und deinem Hund.

Beim Rückruf wird die Beziehung zu dir, die Impulskontrolle und die Frustrationstoleranz deines Hundes abverlangt.

Durch fleissiges Hundetraining, die richtige Belohnung und eine stabile Beziehung zwischen dir und deinem Hund, wird der Rückruf keine Herausforderung in der Erziehung.

“Aus”

„Aus“ bedeutet, dass dein Hund jedes Objekt, das sich in seinem Maul befindet, auslassen kann. Es ist egal, welches Objekt es ist – Futter oder ein Spielzeug, ein Stöckchen oder etwas Anderes.

Es ist wichtig, einem Hund das „Aus“ nachhaltig und vor allem freudig beizubringen, ohne dabei eine Ressourcenverteidigung zu aktivieren. Sofern du beispielsweise beginnst ohne ein gut trainiertes Kommando deinem Hund andauernd alles aus dem Maul zu nehmen, kann das zu Aggressionsproblemen dir gegenüber führen. Die Handlung des „Aus“ soll nicht von dir aus erfolgen, sondern dein Hund soll diese Aktion eigenständig auf das Signalwort durchführen.

 

Das Training vom Kommando „Aus“ bedeutet für deinen Hund eine enorme Herausforderung, denn er muss sich an dir orientieren, er muss ein neues Signalwort kennenlernen und etwas aus dem Maul loslassen, das er gerne im Maul hätte. Bei solchen komplexen Verhaltensweisen spricht man von Verhaltensketten, weil sie aus mehreren Teilhandlungen bestehen. Jede an sich ist schwierig für den Hund und damit das Training mit deinem Hund so motivierend wie möglich gestalten wird, musst du das Training in einigen einzelnen Komponenten aufbauen. Nur ein schrittweiser Aufbau des „Aus“ ermöglicht es dir und deinem Hund in jeder Situation angemessen reagieren zu können. 

6 Tipps für die Hundeerziehung

Damit die Grundlagen in der Hundeerziehung gut funktionieren, geben wir dir Tipps, auf was du in der Hundeerziehung achten solltest. 

1. Nutze in der Kommunikation mit deinem Hund eindeutige Sicht- und Hörzeichen. 

Studien konnten zeigen, dass Hunde in der Regel besser auf Sichtzeichen (z.B. unsere Körpersprache oder Handzeichen) reagieren, anstatt auf Hörzeichen (Signal, Kommandos). Diese Eigenschaft kannst du dir hervorragend in der Erziehung zu nutzen machen. Kombiniere immer ein Handzeichen und ein Kommando, sodass die Kommunikation mit deinem Hund klarer wird. Nimm dir den Spickzettel der Signale an die Hand und überlege dir, welche Handzeichen und Hörzeichen du nutzen möchtest. 

2.Unterteile die Hundeerziehung im Ampelsystem mit Verhaltensweisen deines Hundes, damit du klar und fair kommunizieren kannst.

Grün = Erlaubt, bis ich es verbiete

Orange = Verboten, bis ich es erlaube

Rot = Immer verboten

Wenn du an eine Ampel denkst, weisst du, dass du bei Rot auf gar keinen Fall fahren darfst und gegebenenfalls mit einer Strafe rechnen musst, falls du es tust. Bei Orange ist zwar Vorsicht geboten, dennoch ist es nicht komplett verboten an der Ampel über Orange zu fahren. Bei Grün hast du freie Fahrt. Genauso wie das Ampelsystem im Strassenverkehr, kannst du dir das Ampelsystem in der Hundeerziehung vorstellen. 

Rot: Überlege dir Verhaltensweisen, die ein absolutes Tabu für dich sind und die dein Hund absolut niemals zeigen darf. In deiner inneren Haltung muss sich diese Verhaltensweise anfühlen, als würde dein Hund auf eine Autobahn rennen, also Alarmstufe Rot. Dazu kann unter anderem das Jagen gehören, in die Küche Gehen oder Dinge vom Boden fressen. Es müssen Verhaltensweisen sein, bei denen du die Kontrolle hast und du ausnahmslos immer unterbindest. Wenn du nicht möchtest, dass dein Hund Dinge von Boden frisst, wegen der ungeheuren Gefahr der Giftköder, muss dir klar sein, dass dazu gehört, dass dein Hund Zuhause das runter gefallene Leckerli ebenfalls nur mit Freigabe fressen darf. Denn woher soll dein Hund in der Erziehung unterscheiden können, dass er Mal vom Boden fressen darf und ein anderes Mal nicht?

Orange: Verhalten, dass dein Hund nur darf, wenn du es ihm explizit erlaubst, ist das meiste Verhalten deines Hundes. Dazu kann gehören, dass dein Hund nur auf das Sofa darf, wenn du es ihm erlaubst oder erst aus dem Auto aussteigen, wenn du es freigibst. Im Gegensatz zu Rot, ist Orange generell nicht lebensbedrohlich oder absolut frech, sondern bedarf schlichtweg deiner zusätzlichen Kontrolle. 

Grün: Alles, was nicht deiner gesonderten Erlaubnis oder Freigabe bedarf, zählt zum Verhalten, dass erlaubt ist, bis du es verbietest. Dazu kann zählen, dass dein Hund mit seinem Kauholz spielen darf, bis du das Kauholz verbietest. Dein Hund darf ins Badezimmer und auf der Badematte schlafen, bis du es verbietest oder andere Verhaltensweisen, die du erlaubst. Verbieten tust du Verhaltensweisen z.B. wegen einer persönlichen Dringlichkeit in diesem Moment (z.B. möchtest du staubsaugen und dein Hund ist mit dem Kauholz im Weg; oder du möchtest ungestört duschen gehen und dein Hund soll deshalb von der Badematte heruntergehen). 

3.Übe mit deinem Hund an den Kernkompetenzen “Frustrationstoleranz” und “Impulskontrolle”. 

In der Hundeerziehung ist die Frustrationstoleranz die Kompetenz deines Hundes, Frust aushalten zu können. Die Impulskontrolle ist die Beherrschung deines Hundes, nicht jedem Drang nachzugehen. Wenn dein Hund gerade einen Vogel nachjagt und du ihn stoppst und er nicht zum Vogel darf, dann handelt es sich um Frustrationstoleranz, da dein Hund diesem tollen Hobby vom Jagen nicht nachgehen kann. Er empfindet es als doof, motzt, aber muss da durch und diese Frustration durchstehen. Soll dein Hund vor dem Fressen kurz warten und dich anschauen, handelt es sich um Impulskontrolle, da dein Hund zwar fressen darf, aber erst kurz den Impuls innehalten soll. 

Beide Kompetenzen muss bereits der Welpe lernen, weil Frust und Impulskontrolle zum Hundeleben dazu gehören. Wenn du beim Welpen verpasst, diese Kernkompetenzen beizubringen, wirst du Probleme mit dem Alleinbleiben haben, mit dem Jagdverhalten, der Leinenführigkeit und vielem mehr. 

 

4.Laste deinen Hund verstärkt mental anstatt körperlich aus. 

Das schafft einen zufriedenen und ausgeglichenen Hund, ohne das Dopamin exzessiv zu steigern, das zu einem unruhigen Hund führt. Beschäftigte Hunde sind zufriedene Hunde. 

Der gängige Hundemensch hat einen acht bis neun Stunden Arbeitstag. Im Alltag bleibt nicht mehr viel Zeit für den Hund und seine Erziehung. 

Wie viel Beschäftigung ein Hund benötigt, kann man nicht pauschal beantworten. Das hängt von der Rasse ab, dem gesundheitlichen Zustand, dem Alter und individuellen Vorlieben. Am besten beobachtest du deinen Hund und findest so heraus, wie viel Beschäftigung er benötigt. Gemeinsame Beschäftigungen fördern eure Bindung und schaffen positive Emotionen. Mit wenig Aufwand und Equipment kannst du deinen Hund toll beschäftigen und gemeinsame Erfolge feiern.

Nasenarbeit ist die beste Beschäftigung für unsere Hunde. Sie ist schonend für die Gelenke, weil die Bewegung langsam und kontrolliert ausgeführt wird und lastet intensiv aus. Schnüffeln wirkt stressreduzierend, weil während der Nasenarbeit weniger bis gar keine Stresshormone produziert werden. Nach einer Schnüffeleinheit kommen die meisten Hunde viel besser zur Ruhe, weil sie keinen Adrenalin-Kick erleben, der den Hund körperlich und geistig hochfahren lässt.

Achtung bei Welpen! Welpen spielen und toben weit über ihre Fähigkeiten und Kräfte hinaus, obwohl sie viel mehr Ruhe benötigen.

 

5.Schaffe Rituale durch gleich ablaufende Verhaltensweisen. 

Das hilft deinem Hund in der Hundeerziehung, ohne dass du aktiv erziehen und trainieren musst. 

Rituale sind im Hundealltag und der Erziehung von hohem Wert, da sie dem Hund eine Linie vorgeben, die Kommunikation zwischen dir und deinem Hund verbessern und allgemein beim Hund zur Verbesserung seines Wohlbefindens führen.

Es gibt Studien, die zeigen konnten, dass Rituale unter Tieren seelische Medizin sind und die generelle Freude des Tieres erhöhen. Rituale sind symbolische Handlungen vor oder nach einem bedeutsamen Erlebnis. Dazu kann etwa die Fütterung gehören oder aber der Aufbruch zum Spaziergang. Beides ist für deinen Hund bedeutungsvoll und kann wunderbar ritualisiert werden, indem du einen Ablauf jedes Mal gleich durchlaufen lässt. 

Bauen wir ritualisierte Handlungsweisen in der Hundeerziehung auf, werden sie eines Tages automatisch ablaufen. Rituale sind für unsere Hunde  Wegweiser, was sie erwarten können und wie sie sich verhalten sollen. Übrigens helfen Rituale auch in der Pubertät, wo der Hund scheinbar wieder alles Gelernte vergisst. Wenn du Rituale bereits beim Welpen aufbaust, dann werden dir die Rituale eine enorme Unterstützung im Junghundalter sein.

6.Richtiges Timing in der Hundeerziehung ist das A und O. Ein erlerntes Markersignal hilft dir, richtige Verhaltensweisen im Hundetraining zu markieren und direkt zu belohnen.

Jedes Training beginnt und fällt mit dem Timining. Wusstest du, dass der Hund sein Handeln und deine Reaktion auf sein Handeln nur dann verknüpft, wenn du innerhalb von ca. 2 Sekunden darauf reagierst?

Beispiel: Dein Hund kommt direkt auf den Rückruf zu dir, er setzt sich vor dir hin und du möchtest ihn ausgiebig belohnen, also kramst du aus deiner Jackentasche noch ein Leckerli heraus. Du gibst deinem Hund das Leckerli und er freut sich. Wofür hat er das Leckerli bekommen? Tja, das weiss dein Hund möglicherweise selber nicht, ist auch Wurscht, Hauptsache es gab was zu Futtern. Dein Hund wird das Leckerli nicht als Belohnung seines Zurückkommens verknüpfen, weil die Zeitspanne zwischen seiner Handlung und deiner Reaktion einfach zu lange gedauert hat.

Das Markersignal bildet eine Überbrückung zwischen der Aktion deines Hundes und der Belohnung. Es wird als Signal verwendet, welches einen Verstärker ankündigt. Es markiert punktgenau richtiges Verhalten und setzt nicht voraus, dass du dich in unmittelbarer Nähe deines Hundes befindest. Du vermittelst deinem Hund: Das hast du super gemacht und gleich folgt deine Belohnung.

Rassecheckliste zum Downloaden

Fazit wie erzieht man ein Hund?

Checkliste Hundeschule

Hundeerziehung lässt sich nicht in wenigen Worten zusammen fassen. Damit du die Tipps der Hundeerziehung beim Welpen, Junghund und ausgewachsenen Hund umsetzen kannst, hast du die Möglichkeit kostenlos auf die Trainingspläne der 6 Tipps für die Hundeerziehung zuzugreifen. 

Und denke daran: Hundeerziehung ist ein ganzheitlicher Prozess, der immer und überall stattfindet!

HALT DIE OHREN STEIF & IMMER DER NASE NACH!

EXPERTENWISSEN

Deine Autoren

Wir sind Lui & Paulina und Hunde haben uns schon seit unserer Kindheit fasziniert. Nach unserem ersten Studium in Sport und Psychologie, haben wir uns entschieden unsere Leidenschaft zum Beruf zu machen und so ist gemeinsam mit unseren Hunden Vito & Amalia, Vitomalia entstanden. Das Studium der Hundeverhaltenstherapie und den Hundewissenschaften bilden den Grundstein unserer Expertise. Unser gesamtes Hundewissen und mehr als zwei Jahrzehnte an Erfahrung haben wir in unserer Online Hundeschule für unsere Community zusammen gestellt!

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Die Phasen von der Geburt des Welpen bis zum Junghundalter sind intensiv und beinhalten wichtige Entwicklungsaufgaben, denen wir uns als angehender Hundehalter und Hundehalterin stellen müssen. Sie bilden den Grundstein für das Hundeleben und wir erklären dir, was in dieser Zeit von dir beachtet werden sollte. 

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DIE Welpen-Vorbereitung

Die Entscheidung, einen Welpen bei sich aufzunehmen, sollte nicht eine unüberlegte Handlung sein. Wir helfen dir bei allen Themen, noch bevor dein Welpe einzieht. Dazu gehört herauszufinden, woher du einen Welpen bekommst, welcher Rassetyp zu dir passt, ob Hündin oder Rüde und was du an Welpenzubehör benötigst.

Welpenerziehung Online Handelsschule Vitomalia

DIE Welpen-
Erziehung

In unserer Welpenerziehung geht es in erster Linie um den Beziehungsaufbau zwischen dir und deinem Welpen. Eine Beziehung entsteht durch eine konsequente und liebevolle Erziehung. Wir zeigen dir, wie du die Stubenreinheit erreichst, eine Beisshemmung aufbaust, Regeln etablierst und Basics wie die Leinenführigkeit übst.