Rasseportrait Pitbull
Vitomalia

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Rasseportrait: American Pitbull Terrier

Auf einen Blick

Der American Pitbull Terrier ist wohl die Rasse, die seit längerer Zeit und immer wieder enormer Medienhetze unterliegt. Fragt man etwas im Freundeskreis rum, dann merkt man, dass die Medienhetze sich stark in den Köpfen der Menschen eingebrannt hat und so gilt der American Pitbull Terrier oft als der gefährliche Hund schlecht hin.

Beschäftigt man sich nun länger mit der Geschichte und der Zucht des American Pitbull Terriers, dann wird eines schnell klar: Man kann dieser Rasse so einiges unterstellen, aber nicht, dass die Aggressionen gegenüber Menschen haben.

Tatsache ist, dass keine andere Hunderasse so verlässlich ist gegenüber Menschen wie der Pit Bull ist. Welche Ironie, dass die freundlichste Hunderasse zum Begriff für die Verkörperung der Bösartigkeit geworden ist! (Stratton, 1995)

Der American Pitbull Terrier bellt nicht besonders viel und auch von unserer Amalia haben wir den ersten Laut nach knapp 1,5 Jahren entlocken können. Trotzdem kann der American Pitbull Terrier als guter Wachhund gehalten werden. Auch wenn er von der Grösse her ein recht kleiner bis mittelgrosser Hund ist, wirkt er auf viele Hunde und Menschen recht einschüchternd. Seinen Haltern gegenüber ist der American Pitbull Terrier der Inbegriff von Loyalität.

[…] kein Hund für jedermann, bestimmt aber für manchen Hundefreund durchaus ein Traum (Dr. Dieter Fleig in Stratton, 1995)

Geschichte

Der American Pitbull Terrier hat seinen Ursprung, wie der American Staffordshire Terrier auch, im frühen 19. Jahrhundert in England, wo er der Kreuzung  der Bulldogge des alten Typs und verschiedenen Terriern entstand. Dabei ist es heute umstritten, welche Terrier genau für die Kreuzungen gewählt wurden, jedoch geht man nach aktuellen Schätzungen vom Old White English Terrier, Old English Black and Tan Terrier und/oder dem Foxterrier aus. Über Jahrhunderte folgte ein absichtlicher Ausleseprozess des American Pitbull Terriers, so dass jeder Hund, der während eines Kampfes jemals einen Menschen verletzte, direkt getötet oder aus der Zucht direkt aus selektiert wurde. Somit enstand der heute so loyale Charakter des American Pitbull Terriers. Es ist historisch und kynologisch bedingt, dass der American Pitbull Terrier dem Menschen gegenüber ein viel loyaleres und einwandfreies Wesen hat, als jede ander Hunderasse.

Mit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges Mitte des 18. Jahrhunderts und dem Verbot der Hundekämpfe in England wanderten viele Engländer mit ihren Hunden nach Amerika aus. Dort wurde der brutale Sport der Hundekämpfe weitergeführt. Bei der Zucht legte man nun mehr Wert auf die Größe der Hunde. Zu dieser Zeit hatten diese Hunde noch keinen einheitlichen Zuchtstandard sowie einheitlichen Namen und so waren sie bekannt unter Pit Bull Terrier, American Bull Terrier, American Pit Bull Terrier und später auch Yankee Terrier. 

Der American Pitbull Terrier wird von unterschiedlichen Verbänden anerkannt. Die bekanntesten Verbände sind der UKC = United Kennel Club (1898 erstmalig registriert) und der ADBA = American Dog Breeders Association (1909 Entstehung und Registrierung).

1889 war ein wichtiges Jahr für den American Pitbull Terrier wie wir ihn heute kennen, denn in diesem Jahr wurde er erstmalig gezielt gezüchtet. John P. Colby war DER Züchter des American Pitbull Terriers. Er begann 1889 seine Rasse American Pitbull Terrier von den besten Hunden aus England und Irland, die damals von Einwanderern in die USA gebracht wurden, zu züchten. Durch diese Mischungen entstanden 2 unterschiedliche Rassen:

  1. Der American Pitbull Terrier der 1898 Erstmalig vom UKC und Später 1909 auch vom ADBA Registriert wurde und zu der damaligen Zeit ausschließlich für Hundegekämpfe gezüchtet wurde,
  2. Der Staffordshire Terrier, der erstmalig 1936 vom AKC Registriert wurde und ausschließlich als Showline diente.

Als 1936 der American Staffordshire Terrier erstmalig vom American Kennel Club (AKC) anerkannt wurde, kam es zu einer klaren Trennung zwischen American Pitbull Terrier und dem American Staffordshire Terrier. Der Feinschliff für den American Pitbull Terrier begann im Jahr 1972 als Ralph Greenwood den ADBA aufkaufte. Er setzte sich dafür ein, die Triebe dieser Rasse nicht mehr für den Hundekampf zu misshandeln. So entstand schliesslich Ende der 70er Jahre eine neue Sportart die ausschließlich nur mit American Pitbull Terriern praktiziert wurde: ADBA Top Dog.

 

Diese Sportart beinhaltet mehrere Wettkampf Disziplinen:

  1. Wall Climb (Wand klettern)
  2. Lure Course (Sprint Wettbewerb)
  3. Weight Pull (Gewicht ziehen)
  4. Broad Jump (Weitsprung)

Um den Triebe und Bedürfnisse der Hunde gerecht zu werden, werden nun diese Sportarten angeboten. Diese Sportarten erfüllen diese Hunde und sie können Ihrer ursprünglichen Leistungszucht nachgehen, ohne sich selbst oder andere Hunde oder Tiere zu verletzten.

Zusammengefasst ist diese Rasse als Familienhund ideal. Die Hunde sind intelligent, haben ein angenehmes kurzes Haarkleid und sind Menschen gegenüber absolut freundlich, ohne jede Tücke. Aber Hunderte von Jahren, zahlreiche Generationen haben aus ihnen zunächst Jäger, später Kämpfer gemacht, die Rasse wurde zu den gefährlichsten Hunden.

[…] der Besitz eines Pit Bulls bedeutet grosse Verantwortung, die niemand leicht nehmen sollte (Stratton, 1995).

Abgrenzung vom American Staffordshire Terrier

Im Gegensatz zum American Staffordshire Terrier ist der American Pitbull Terrier meist kleiner und agiler. Der Körper des American Pitbull Terrier ist weniger massig, ist drahtig und gleicht mehr dem eines Terriers. Der Schädel ist kleiner und allgemein wirkt der American Pitbull Terrier eher klein und die Muskulatur ist definiert und athletisch.

Vom Wesen her ist der American Pitbull Terrier triebiger und bestimmt durch eine gewisse Gameness, die beschreibt, wie hartnäckig ein Hund seine Ziele verfolgt.

 

Halt die Ohren steif, und immer der Nase nach!

 

 


Stratton, R.F. (1995): Die Wahrheit über den American Pit Bull Terrier. Kynos Verlag. München.

ADBA Webseite: https://adbadog.com

UKC Webseite: https://www.ukcdogs.com

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