Aufgeregten Hund beruhigen - Relaxation Protocol von Karen Overall by Vitomalia
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Aufgeregten Hund beruhigen: Das Protocol for Relaxation von Dr. Karen Overall

Das Relaxation Protocol  (oder auch Protocol for Relaxation) von Dr. Karen Overall ist eine ziemlich verbreitete Methode Entspannung nachhaltig zu trainieren. Dr. Karen Overall ist Verhaltensforscherin und entwickelte bereits mehrere solcher Konzepte.

Ganz unten findest du du das Protocol for Relaxation zum Dowlnoad!

 

Stress und Entspannung

Nicht jeder Hund ist von Grund auf entspannt und das ist auch ok, dass unsere Hunde so verschieden sind. Es ist aber nicht gesund ständig unter Anspannung zu leben und das Protocol for Relaxation ist eine tolle Möglichkeit, Entspannung aktiv zu lernen. Natürlich kann weder der Hund noch du in jeder Situation entspannt sein. Das macht auch nichts, denn Stress ist für uns und unsere Hunde überlebenswichtig und signalisiert uns stets Gefahr.

 

Zusätzliche Lernerfolge

Das coole am Protocol for Relaxation ist, dass man nicht nur dem Hund beibringt ruhig und entspannt zu sein, sondern du auch die Impulskontrolle deines Hundes trainierst und du gleichzeitig deinen Hund echt intensiv mental auslastest. Also ein super Training nicht nur um Entspannung zu üben, sondern auch für schlechtes Wetter, für alte und inaktive Hunde oder einfach als mentale Alltagsübung.

 

Was brauche ich?

Du brauchst nur Leckerlis (am besten kleine und weiche) und das Hundebett deines Hundes, oder eine Matte, die eine räumliche Eingrenzung signalisiert.

Hunde LeckerliHundebett

 

Wie funktioniert das Protocol for Relaxation?

Dauer

Das Protocol for Relaxation ist insgesamt auf 15 Tage aufgebaut. Je nachdem, wie schnell dein Hund lernt, kannst du die Tage auch splitten, so dass du die Hälfte der Aufgaben durchgehst, dann eine Pause machst und dann wieder den Rest der Aufgaben machst. Denke daran, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Beständigkeit und den angemessenen Belohnungen liegt. Kein Hund ist von jetzt auf gleich perfekt. Du trainierst also nur so lang mit deinem Hund, wie es gut klappt (Ziel ist es, dass du 1-2 Mal täglich 15-20 Minuten trainierst). Du kannst aber auch mit 6 Mal täglich und jeweils nur 5 Minuten am Stück trainieren. Die Geschwindigkeit soll deinem Hund angepasst werden. Wenn nötig, dann geht es bei dir eben 30 Tage oder länger. Wie gesagt, passe das Tempo deinen Hund an und hetzte ihn nicht, er soll ja schliesslich entspannen.

 

Ziel

Hund entspannt

Ziel ist es, dass dein Hund sitzen oder liegen, also verweilen, kann während er entspannt und du gleichzeitig Übungen durchführst. Es ist aber völlig egal ob dein Hund sitzt oder eben liegt. Wenn du mit Sitz beginnst und dein Hund sich im Laufe der Zeit hinlegt, um so besser! Die Ziele des Protocols of Relaxation sind, den Hund beizubringen, sich zu entspannen, sich auf dich zu konzentrieren und dabei trotzdem ausgeglichen zu bleiben. Die Idee ist, dass dein Hund:

a) in einer Vielzahl von Situationen Impulskontrolle lern und

b) seinen von dir definierten Platz mit einem Ort für Ruhe und Entspannung verbindet.

 

Theorie & Grundlage

In der Lerntheorie ist es eine Grundlage der Desensibilisierung und Gegenkonditionierung. Der Fokus liegt darauf, dem Hund beizubringen, sich bei allen Gegebenheiten auf dich zu verlassen. Das c ist so aufgebaut, dass dein Hund nicht in der Lage ist eine Regelmässigkeit in deinen Aufgaben zu erkennen. Einige Übungen können auch individuell angepasst werden.

 

Positive Verstärkung

Das Protocol for Relaxation arbeitet mit positiver Verstärkung in Form von Leckerli. Suche dir also kleine und weiche Leckerli, die deinem Hund eine Belohnung signalisieren, er aber nicht zu sehr mit dem Leckerli beschäftigt ist.

Belohnt wird nur das Verhalten, welches in der Ausführung perfekt ist.

Wenn also dein Hund nicht wirklich auf seinem Platz bleibt oder eben das Sitz oder Platz nur so halb ausgeführt wird, dann belohnst du nicht. Perfektion ist nicht bei der Ausführung des Platz oder Sitz gefordert, sondern in der Ruhe.

 

Wann ist mein Hund entspannt?

Bevor du mit dem Protocol for Relaxation beginnst, musst du für dich definieren, wann dein Hund entspannt ist. Von einem kleinen Zappelphilipp kannst du nicht erwarten, dass er komplett regungslos auf seinem Platz bleibt. Da reicht es dann völlig aus, wenn der Hund wenigstens sitzen bleibt, während du die Übungen ausführst. Überlege dir also vorher, welches Ziel du bei deinem Hund erreichen und bestätigen willst. Zum Schluss, denk daran, dass dein Hund dir viele Signale geben wird, wie er sich fühlt.

Hund entspannte Haltung
Die Augen des Hundes sind bei Entspannung rund, aber nicht aufgeregt, die Ohren locker

 

Hund entspannt
Bei einem entspannten Hund sind die Mundwinkel locker oder offen, nicht aber fest zusammengepresst

Wir belohnen die mit Entspannung und Wohlbefinden verbundenen körperlichen Veränderungen und damit auch die damit verbundenen körperlichen Zustände (parasympathischer Teil des vegetativen Nervensystems).

 

Entspannung erkennen

Das bedeutet, dass, wenn dein Hund entspannt ist, sein Körper nicht steif ist, der Kiefer entspannt hängt und nicht angespannt ist, die Ohren wachsam oder aufgerichtet, aber nicht starr sind, sein Kopf sanft in einem Winkel gehalten wird und die Augen ruhig und liebevoll sind.

Nur wenn du richtig belohnst und dein Hund entspannt ist, wirst du diese gewünschten Zustände des Nervensystems stärken. Wenn du versehentlich Angst, Spannung, Aggression oder Vermeidung belohnst, werdet ihr nicht so viele Fortschritte machen.

 

Merkwürdig für dich, wichtig für deinen Hund

Einige Übungen können für dich persönlich seltsam erscheinen (wenn du z.B. mit einer imaginären Person sprechen musst oder sowas) aber diese Übungen können sehr hilfreich sein, um Hunde dazu zu bringen, zu lernen, sich unter verschiedenen Umständen zu entspannen.

Bevor du mit den eigentlichen Übungen beginnst, musst du mit dem Hund üben, damit er 15 Sekunden lang perfekt sitzen oder liegen kann, ohne sich zu bewegen.

Bei den Übungen solltest du immer positiv beenden, also so, dass die Aufgabe erfüllt ist. Wenn du also merkst, dass die Konzentration deines Hundes nachlässt, dann beende die Übung und starte nach einer kleinen Pause nochmal.

Über das Ziel hinaus schiessen zu wollen und die mentalen Grenzen deines Hundes zu überschreiten löst nur unnötige Angst und Frust aus.

Wenn der Hund in der Lage ist, alle Aufgaben und Übungen sowohl angeleint als auch abgeleint an einem Ort (z.B. dem Wohnzimmer) auszuführen, wiederhole alle Übungen in anderen Räumen und Orten (der Hinterhof oder der Park – angeleint). Du kannst und solltest das Protocol for Relaxation an vielen unterschiedlichen Orten üben.

Es wird vielleicht Übungen geben, an denen du und dein Hund nicht vorankommt. Versuche diese Aufgabe in zwei oder drei Einzelteile aufzuteilen – manche Hunde lernen schneller, manche langsamer.

Protocol for Relaxation

Und los geht’s…

Viel Glück und lass dich nicht entmutigen. Viele Hunde durchlaufen einen Zeitraum von 3 bis 7 Tagen, in denen ihr Verhalten erst schlechter wird, bevor es sich verbessert. Diese Übungen bedeuten für deinen Hund eine Regelstruktur, der er folgen muss, und das kann für manch einen Hund erstmal Frustration und komplettes Ausrasten bedeuten. Wenn dein Hund aber herausfindet, dass er für Entspannung belohnt wird, wird sich das Verhalten schnell wieder bessern.

Diese Programme sind für uns Menschen in vielerlei Hinsicht schwieriger als für die Hunde. Also bleib dran!

 

Hier geht es zum Download vom Protocol of Relaxation: Halt die Ohren Steif und immer der Nase nach!


https://journeydogtraining.com/wp-content/uploads/2017/07/ProtocolforRelaxation.pdf

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