HAUSORDNUNG | Darf mein Hund auf das Sofa und auf das Bett?

Stellst du dir die Frage, ob du dem Hund erlauben solltest aufs Sofa oder aufs Bett zu gehen? Wenn ja, dann findest du in diesem Blogbeitrag alle wichtigsten Informationen, die du beachten solltest.

Inhaltsverzeichnis

DAS WIRST DU LERNEN

Gefahren

Ampelsystem

Fazit

Darf mein Hund auf das Sofa / Bett?

Viel Ratlosigkeit erzeugt das Thema, ob dein Hund auf das Sofa oder Bett darf. Manchmal wird Hundemenschen davon abgeraten, weil der Hund  “dominant” wird. Tipps rund um das Thema “Du musst der Chef sein” kursieren durch das Internet. Alles Quatsch. Die Dominanztheorie ist ein veraltetes Bild von der Hund-Mensch-Beziehung und ist mittlerweile widerlegt. 

Du darfst für dich entscheiden, ob du deinem Hund neben dir einen Platz gewährst. Möchtest du nicht, dass dein Hund auf dem Sofa oder im Bett einen Platz einnimmt, dann ist das legitim und ok. Solltest du deinem Hund einen Platz auf dem Sofa oder Bett gestatten, ist das an Bedingungen geknüpft. 

Die Beziehung zwischen dir und deinem Hund wird auf dem Sofa oder Bett nicht gefährdet, sofern sie zuvor beständig ist. Beginnt eine Diskussion auf dem Sofa oder Bett, ist zuvor eine Grundlage für Diskussionen gelegt worden. Das bedeutet, dass ein Sofa deine Erziehung nicht zerstört, dein Hund dich nicht mehr ernst nimmt oder er die Weltherrschaft übernommen hat. Besteht eine festgelegte Ausgangsebene in eurer Beziehung, bei der du deinem Hund Dinge problemlos verbieten kannst, die du ihm erlaubst, dann stellt das Sofa oder Bett vorerst kein Problem darf. Trotzdem bestehen Charaktereigenschaften oder Verhaltensweisen beim Hund, die ein klares Sofa- und Bettverbot sinnvoll machen.

Die Entscheidung, ob dein Hund auf deine Liegeplätze zum Kuscheln kommen darf, ist eine persönliche Entscheidung mit Voraussetzungen. 

Ob dein Hund auf das Bett oder Sofa darf, hängt von Faktoren ab, die wir dir erklären. Wie immer gibt es keine klare Ja-Nein-Antwort. Die Antwort heisst: Das kommt darauf an, ob…

Warum Hunde das Bett und Sofa mögen?

Für das Sofa oder Bett sprechen viele Merkmale bei deinem Hund. In der Regel ist das Sofa oder Bett deutlich bequemer als das Hundebett. Die Qualität bemerkt dein Hund gleichermassen. Weil du dich Zuhause wahrscheinlich viel im Bett oder auf dem Sofa aufhältst, sind diese beiden Plätze die Orte, an denen dein Hund dir besonders nah sein kann. Das kann auf der einen Seite sozial und bindungsfördernd sein. Auf der anderen Seite kann die ständige Präsenz in deiner Nähe zu Verfolgungswahn und somit Stress führen.

Bequemlichkeit

In unserem Bett oder auf unserem Sofa halten wir Menschen und viel auf. Die Bequemlichkeit von Sofa und Bett ist für uns wichtig und die ausschlaggebende Kaufentscheidung. Kein Wunder, dass unser Hund das Sofa oder die Couch aus dem gleichen Grund mag wie wir – beides ist bequem. 

Kontrolliere das Hundebett deines Hundes: 

  • Bevorzugt dein Hund weiche oder harte Hundebetten? 
  • Auf welchem Material liegt dein Hund lieber?
  • Wenn dein Hund wählen könnte, welche Form hätte sein Hundebett? 
  • Wo ist das Hundebett platziert? 

 

Dass dein Hund nicht alles mag, was er bekommt, ist erlaubt. Das Hundebett, für das du dich entschieden hast, ist nicht zwangsläufig das Hundebett, das dein Hund benötigt. Unsere Hunde haben Komfort verdient, deshalb empfehlen wir dir ein bis zwei bedürfnisorientierte Hundebetten zu kaufen, anstatt 3-4 passende zu deiner Einrichtung. 

Indem du deinem Hund zwei Hundebetten anbietest, gewährst du seine Ich-Bedürfnisse und bietest deinem Hund eine Wahl. Beides sind wesentliche Bausteine der Grundbedürfnisse deines Hundes. 

Kontaktliegen – Oxytocin

Hunde suchen unsere Nähe. Ob sie dabei ganz nah an uns gekuschelt sind oder mit etwas Abstand liegen, ist zweitrangig. Kontaktliegen ist das nahe Beieinanderliegen von Hund und Tier oder Hund und Mensch. Beim Kontaktliegen kann Körperkontakt entstehen, muss aber nicht. Während des Kontaktliegens werden Bindungshormone ausgeschüttet. Unter anderem das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin. Oxytocin baut eine innige Bindung zwischen dir und deinem Hund auf und schafft Zusammengehörigkeit. Ausserdem senkt Oxytocin Stress und Angst bei dir und deinem Hund. 

Kontaktliegen auf dem Sofa oder Bett bietet sich hervorragend an, weil es dir und deinem Hund eine bequeme Liegeposition ermöglicht.

Die Gefahr von Sofa und Bett

Möchtest du deinem Hund einen Platz neben dir auf dem Sofa oder Bett bieten, musst du deinen Hund beobachten. Verhaltensweisen, die stark territorial sind, mit Stress verknüpft sind oder erobernd sind, sollten zum völligen Sofa- und Bettverbot für deinen Hund führen. 

Aussichtsplätze

Hunde lieben Plätze, von denen sie eine gute Sicht auf Dinge haben. Zu den Aussichtsplätzen gehören Sofa, Bett, Plätze vor die Haustür, Plätze am Fenster, usw. Für deinen Hund macht ein Aussichtsplatz strategisch gesehen Sinn, um sein natürliches Territorialverhalten ausüben zu können. Für dich als HundehalterIn stellt verstärktes Territorialverhalten Handlungsbedarf dar. 

Aussichtsplätze bieten deinem Hund keine Entspannung, sondern erlauben deinem Hund ständig im Arbeitsmodus zu sein. Je mehr dein Hund von seinem Aussichtsplatz “arbeitet”, desto höher ist sein Stresslevel. 

Gehört dein Hund zu der Art Hund, der starkes territoriales Verhalten zeigt, dann sind Aussichtsplätze wie das Sofa und Bett ein Tabu. 

nice to know – Darf mein Hund auf das Sofa?

Info: Ein Territorium ist ein begrenztes Gebiet, das dein Hund und seine Familie (Artgenossen und du) bewohnen. Das Territorium wird regelmässig begangen. Du kannst dir das wie eine Art Patrouille vorstellen. Dein Hund markiert regelmässig in seinem Territorium, indem er bellt, Kot absetzt, uriniert, scharrt, knurrt oder bellt. Und letztendlich verteidigt dein Hund sein Territorium.  

Territorialverhalten ist völlig natürliches Verhalte deines Hundes. Durch ein Sofa oder Bett das Territorialverhalten zu verstärken ist jedoch sinnfrei und unnötig. Der Arbeitsaufwand durch Erkunden, Markieren, Bewachen und Verteidigen steigert das Stresslevel deines Hundes, was wiederum zu  gesundheitlichen Problemen führt.  

Für deinen Hund ist sein Territorium wichtig, weil:

  • es der Ort einer Nahrungsquelle ist,
  • es sichere soziale Kontakte innehat,
  • es die Gefahren generell minimiert und somit Sicherheit bietet. 

Verfolgungswahn

Eine gesunde Beziehung zu seinem Hund zu haben ist ein wesentlicher Ausgangspunkt in der Hundeerziehung. Gesund bedeutet, dass dein Hund nicht den Drang verspürt, dir auf Schritt und Tritt folgen zu müssen. Verfolgungswahn beim Hund wirkt vielleicht auf den ersten Blick süss, ist jedoch ein ernst zu nehmendes Problem. 

Starte einen Test: Halte dich mit deinem Hund in einem Raum auf. Du sitzt auf dem Sofa, dein Hund liegt auf seinem Hundeplatz. Sobald du aufstehst und ins Bad gehst, was macht dein Hund? Geht er dir hinterher? Oder bleibt er liegen? Sobald dein Hund dir hinterhergeht, ist das ein Anzeichen für dich, dass dein Hund nicht entspannt. Verfolgungswahn führt zu ständigem Stress. Stress, den du durch das Sofa oder Bett verstärkst. Verfolgt dein Hund dich ständig, solltest du Grenzen schaffen und eine Distanz zwischen dir und deinem Hund aufbauen. Die erste Grenze schaffst du, indem du das Sofa oder Bett nicht mehr als Schlafplatz für deinen Hund erlaubst. In weiteren Trainingsschritten musst du schrittweise das Verfolgen durch Grenzen wie eine verschlossene Tür oder ein Deckentraining abbauen. 

Einnehmendes Verhalten

Im Gegensatz zum Menschen kommunizieren Hunde überwiegend nonverbal. Die Körpersprache ist für deinen Hund das, was für den Mensch Wörter sind. Zu der Kommunikation deines Hundes zählt ebenfalls die Raumverwaltung. Raum ist für unsere Hunde eine Ressource, die von dir als Mensch verwaltet werden muss. Hunde reagieren sehr feinfühlig auf räumliche Grenzen. Deine Aufgabe ist es, die Ressource Raum zuzuteilen oder gegebenenfalls zu verwehren.  Springt dein Hund direkt zur Tür, sobald es klingelt? Dann nimmt er deinen Raum ein, während du zur Tür gehst. Liegt dein Hund mitten in der Wohnung im Weg? Dann nimmt er deinen Raum ein.  Bei einnehmenden Verhalten deines Hundes muss unterbunden werden, indem du den Raum zuweist. Dazu gehört ebenfalls das Sofa und Bett. Benutze am besten eine Hausleine und weise deinem Hund klar seinen Platz zu. Verbiete vorerst das Sofa und Bett, nutze die Hausleine als Hilfsmittel und zeige deinem Hund, wo sich sein Platz und seine Liegefläche befindet. 

Sofa und Bett aktiv freigeben

Es ist sinnvoll, die Verhaltensweisen deines Hundes nach dem Ampelsystem zu unterteilen. Das Ampelsystem ermöglicht es dir, mit deinem Hund klar und fair zu kommunizieren. 

 

  • Grün = Erlaubt, bis ich es verbiete
  • Orange = Verboten, bis ich es erlaube
  • Rot = Immer verboten

 

Wenn du an eine Ampel denkst, weisst du, dass du bei Rot auf gar keinen Fall fahren darfst und gegebenenfalls mit einer Strafe rechnen musst, falls du es tust. Bei Orange ist zwar Vorsicht geboten, dennoch ist es nicht komplett verboten an der Ampel über Orange zu fahren. Bei Grün hast du freie Fahrt. Genauso wie das Ampelsystem im Strassenverkehr, kannst du dir das Ampelsystem in der Hundeerziehung vorstellen. 

Teile das Sofa und Bett in das Ampelsystem ein. Wenn dein Hund sich stark territorial verhält, dich viel verfolgt oder einnehmend handelt, ist das Sofa oder Bett bis auf Weiteres Rot und deshalb immer verboten, bis sich das Verhalten ändert. 

Zeigt dein Hund keine der genannten Gefahren, kannst du das Sofa oder Bett als Grün oder Orange einteilen. 

  • Rot: Ist ein Tabu und ist niemals erlaubt. Weder Zuhause noch draussen. In deiner inneren Haltung muss sich diese Verhaltensweise anfühlen, als würde dein Hund auf eine Autobahn rennen, also Alarmstufe Rot. Dein Hund darf gar nicht auf das Sofa oder Bett und wird konsequent jedes Mal runtergeschickt. Es gibt keine Ausnahmen. 

 

  • Orange: Verhalten, dass dein Hund nur darf, wenn du es ihm explizit erlaubst, ist das meiste Verhalten deines Hundes. Dein Hund darf nicht betteln, um auf das Sofa oder Bett zu dürfen. Du darfst deinen Hund auf das Sofa oder Bett einladen, wenn dir danach ist. Gebe deinem Hund ein klares Signal wie “Hopp!” oder “Komm hoch”.  Versuche aktiv immer wieder Phasen reinzubringen, während denen deinen Hund einen längeren Zeitraum nicht hoch auf das Sofa oder Bett darf, um seine Erwartung gering zu halten und keinen allzu grossen Frust entstehen zu lassen.

 

  • Grün: Alles, was nicht deiner gesonderten Erlaubnis oder Freigabe bedarf, zählt zum Verhalten, dass erlaubt ist, bis du es verbietest. Wir persönlich empfehlen dir nicht, deinem Hund unbeschränkten Zugang zum Sofa oder Bett zu erlauben. Der Grund dafür ist die Erwartung deines Hundes und die Raumvewaltung, die dir als Mensch zusteht.

Ampelsystem zum Downloaden

Fazit darf mein Hund aufs Bett oder aufs Sofa?

Hausordnung - Darf der Hund aufs Sofa Fazit

Die Frage, ob dein Hund auf das Sofa oder Bett darf, ist eine Entscheidung, die zum einen du persönlich treffen musst, zum anderen vom Verhalten deines Hundes abhängig ist. Beobachte das Verhalten deines Hundes und entscheide, ob dein Hund auf das Sofa oder Bett darf anhand seines Benehmens. 

Im Allgemeinen empfehlen wir dir das Sofa oder Bett nicht als Grüne Ampel zu handhaben, sondern immer als Verbot (Rote Ampel) oder als Orange Ampel durchzusetzen. 

HALT DIE OHREN STEIF & IMMER DER NASE NACH!

EXPERTENWISSEN

Deine Autoren

Wir sind Lui & Paulina und Hunde haben uns schon seit unserer Kindheit fasziniert. Nach unserem ersten Studium in Sport und Psychologie, haben wir uns entschieden unsere Leidenschaft zum Beruf zu machen und so ist gemeinsam mit unseren Hunden Vito & Amalia, Vitomalia entstanden. Das Studium der Hundeverhaltenstherapie und den Hundewissenschaften bilden den Grundstein unserer Expertise. Unser gesamtes Hundewissen und mehr als zwei Jahrzehnte an Erfahrung haben wir in unserer Online Hundeschule für unsere Community zusammen gestellt!

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Lui & Paulina mit Vito und Amalia von Vitomalia

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Die Phasen von der Geburt des Welpen bis zum Junghundalter sind intensiv und beinhalten wichtige Entwicklungsaufgaben, denen wir uns als angehender Hundehalter und Hundehalterin stellen müssen. Sie bilden den Grundstein für das Hundeleben und wir erklären dir, was in dieser Zeit von dir beachtet werden sollte. 

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Die Entscheidung, einen Welpen bei sich aufzunehmen, sollte nicht eine unüberlegte Handlung sein. Wir helfen dir bei allen Themen, noch bevor dein Welpe einzieht. Dazu gehört herauszufinden, woher du einen Welpen bekommst, welcher Rassetyp zu dir passt, ob Hündin oder Rüde und was du an Welpenzubehör benötigst.

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Die Welpen- Erziehung

In unserer Welpenerziehung geht es in erster Linie um den Beziehungsaufbau zwischen dir und deinem Welpen. Eine Beziehung entsteht durch eine konsequente und liebevolle Erziehung. Wir zeigen dir, wie du die Stubenreinheit erreichst, eine Beisshemmung aufbaust, Regeln etablierst und Basics wie die Leinenführigkeit übst. 

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