Friedliche Hundebegegnungen
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Friedliche Hungebegegnungen und die Eskalationsleiter

Ziel eines jeden Hundehalters ist es wahrscheinlich, dass sein Hund eine friedliche Hundebegegnung mit anderen Hunden gestalten kann. Es gibt Merkmale, an denen wir erkennen, was friedlich ist und darum geht in diesem Beitrag.

 

Vier Phasen der Hundebegegnungen

Hundebegegnungen werden in vier Phasen unterteilt, wobei jede Phase noch einzelne Verhaltensweisen des Hundes beinhaltet.

  1. Sichtung des anderen Hundes
  2. Aufeinander zugehen
  3. Verhalten bei geringem Abstand
  4. Verhalten beim Weggehen

 

Wichtig ist es zu verstehen, dass jede Hundebegegnung eine Mischung ist aus Erkunden, Kennenlernen, Deeskalieren aber auch Drohverhalten, auch oft gesehen ist Imponierverhalten und Ausweichen.

 

Verhaltensweisen bei friedlichen Hundebegegnungen

Erkunden

Erkunden bedeutet so viel wie genauer hinschauen, -riechen oder -hören. Bevor Hunde sich begegnen bleiben sie oftmals erst stehen und nehmen den Hund gegenüber mit allen Sinnen wahr. Dieses Stehenbleiben und erkunden kann sogar mehrfach auftreten auf dem Weg zum Hund. Beim Hund angekommen geht es vor allem um das Beschnuppern von Schnauze und Genital- und Analbereich.

 

Deeskalation

Die Deeskalation zeigt, dass ein Hund nicht in Angriffsstimmung ist. Zur Deeskalation verwenden Hunde Beschwichtigungsverhalten (auch Calming Signals, Cut-Off-Signals oder Zugehörigkeitsgesten genannt), Begrüssungsverhalten oder Spiel. Beim Hund gegenüber löst dieses Verhalten ebenfalls eine Reaktion aus, indem er sich langsamer bewegt, vielleicht sogar stehen bleibt. Der Hund gegenüber zeigt ebenfalls deeskalierende Signale. Man kann sagen, dass deeskalierende Signale eine tatsächlich aggressionsmindernde Wirkung zeigen.

Einige Hunde wenden Spiel zur Deeskalation an. Hierbei muss beachtet werden, wie der Hund gegenüber reagiert. Handelt es sich um ein harmonisches Spiel, kann das zugelassen werden. Wird das Spiel grob gegenüber dem anderen Hund, sollte es abgebrochen werden, weil es die falschen Signale sendet.

 

Drohverhalten

Drohverhalten reguliert die Distanz zwischen zwei Hunden und meint so viel wie „Bleib stehen!“ oder „Langsam!“. Kurze Sequenzen von Drohverhalten sind also wichtiger und ganz normaler Bestandteil von friedlichen Hundebegegnungen, denn sie sind nichts anderes als Kommunikation. Als Faustregel kann man sich merken: Drohverhalten, dass mehr als 3 Sekunden anhält, sollte unterbrochen werden, indem ein Aufmerksamkeitssignal (das vorher eingeübt wurde) verwendet wird, oder ein anderes Signal wie „Sitz“ vom Hund ausgeführt wird. Alternativ kann ein Notsignal wie ausgestreutes Futter am Boden als Umkehrung helfen.

Imponierverhalten gehört ebenfalls zum Drohverhalten, ist aber eine geschwächte Form. Ziel vom Imponierverhalten bei gleichgeschlechtlichen Rivalen ist ebenfalls die Distanzvergrösserung, bei gegengeschlechtlichen Hunden soll es bei dem Hund gegenüber Bewunderung hervorrufen.

 

Meideverhalten

Meideverhalten ist ebenfalls ein deeskalierendes Verhalten des Hundes, das mitteilt „Ich will kein Stress!“. Wendet der Hund den Blick, den Kopf oder den Körper ab, signalisiert er, dass er keinerlei böse Absichten hegt. Das Bogenlaufen, das im Training oft verwendet wird, ist ebenfalls einer der Strategien des Meideverhaltens.

Zeigt ein Hund Meideverhalten, dann ist das wünschenswert und sollte vom Hundehalter gefördert werden.

 

Orientierung zum Menschen

Die Orientierung am Menschen ist eine der wichtigsten Verhaltensweisen von friedlichen Hundebegegnungen, die wir als Hundehalter aktiv üben können und diese auch aktiv beeinflussen. Unter Social Referencing (dt.: Soziale Referenzierung oder Soziale Bezugnahme) versteht man die Rückversicherung des Hundes beim Menschen, ob wirklich alles in Ordnung ist. Durch deine Stimmung und Aufmerksamkeit zum Hund, kannst du deinem Hund mitteilen, dass alles okay ist und der andere Hund keinerlei Problem darstellt. Zugleich könnt ihr nun beginnen im Bogen zu laufen oder ein anderes Alternativverhalten aufführen. Hier geht es zum Begegnungstraining.

 

 

Distanz und ihre Bedeutung

Die Einhaltung der Distanz hat in der Hundewelt eine wichtige Bedeutung. Die Überschreitung der individuellen Distanz eines jeden Hundes, sowie eine zu schnelle Annäherung bedeuten in erster Linie erstmal Bedrohung.

Als Hundehalter sollte man bei Hundebegegnungen deshalb immer einer langsame Annäherung ermöglichen und diese im Bogenlaufen zu deeskalieren. Der Anstand signalisiert dem anderen Hund, dass keine Gefahr zu erwarten ist. Ausserdem ist es wichtig, dem Hund zu ermöglichen, die Situation verlassen zu können, indem man mit dem Hund weiter geht.

 

Verhaltenskette

Damit du leichter die einzelnen Aspekte im Training umsetzen kannst, kannst du die gesamte Verhaltenskette aufteilen und den Erregungszustand, die Motivation und auch mögliche Bewältigungsstrategien deines Hundes beschreiben.

 

Eskalationsleiter

Die Eskalationsleiter bezieht sich auf das Verhalten des Hundes in der Verhaltenskette. Jeder Hund zeigt Verhaltensweisen, die in einer jeden Situation gemäss der persönlichen Erregung gezeigt werden.

Folgende Veränderungen kannst du als Hundehalter beobachten:

  • Körperorientierung (wohin orientiert sich der Hund?)
  • Verlagerung des Körperschwerpunktes (eher nach hinten oder nach vorne)
  • Fixierung
  • Steigende Muskelspannung
  • Ausweichen
  • usw.

 

Übung: Notiere Verhaltensweisen, die du bei deinem Hund bemerkst und sortiere sie nach der Intensität auf der Eskalationsleiter.

 

Bei der Eskalationsleiter wird vor allem an zwei Punkten gearbeitet:

  1. Im grünen Bereich: Das schafft der Hund alleine
  2. Im gelben Bereich: Ich helfe dem Hund

 

Als Hundehalter ist es für dich wichtig, bis zu welchem Punkt bei Hundebegegnungen dein Hund noch reagieren kann. Ab dem Moment, ab dem dein Hund nicht mehr auf dich reagiert, befindest du dich im roten Bereich, also dem point of no return. Im rotem Bereich sicherst du deinen Hund einfach nur noch.

Ziel des Trainings ist es jedoch, dass du den Gelben Bereich besonders ausweitest. Hierfür dient das Passagentraining.

 

Merksatz:

Im grünen Bereich: LOBEN!

Im gelben Bereich: LENKEN!

Im rotem Bereich: SICHERN!

 

 

Wenn du dir über die Situationen nun etwas mehr im Klaren bist, kannst du mit dem Begegnungstraining beginnen.

 

 

Halt die Ohren steif und immer der Nase nach!

 

 

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